contenox

AI-Souveränität

KI-Agenten, lokal und souverän

Agentenbasierte KI-Systeme bleiben nicht im Chatfenster: Sie führen Shell-Kommandos aus, schreiben Dateien, rufen APIs auf. Damit ist AI-Souveränität keine Grundsatzdebatte mehr, sondern eine Betriebsfrage in fünf Teilen — wo läuft die Inferenz, wo liegt der Zustand, wer hält die Schlüssel, was kann der Agent erreichen, und wer entscheidet, wann ein Mensch eingreift.

Contenox ist so gebaut, dass jede dieser Antworten dir gehört. Nicht der Anbieter entscheidet, wie sich der Agent auf deinem Rechner verhält — du. Jede Antwort ist eine Datei, ein Flag oder ein Grant: lesbar, versionierbar, widerrufbar.

Was digitale Souveränität hier operativ heißt

Self-hosted und lokale KI — oder EU-Region auf deinen Schlüsseln

Inferenz ist Konfiguration, nicht Architektur. Wenn nichts dein Netzwerk verlassen darf, läuft alles lokal: Ollama auf deinem Rechner oder vLLM auf eigenen GPUs — kein Prompt und keine Antwort verlässt dein Netzwerk. Das ist die stärkste Souveränitäts-Haltung, die contenox kennt, und der Standardweg im Quickstart. So wird contenox zur selbst-gehosteten Copilot-Alternative: deine Regeln, deine Modelle, deine Maschine — statt eines Assistenten, dessen Verhalten und Telemetrie dem Anbieter gehören.

Für gehostete Modelle gilt: eigene Keys, gepinnte Region. AWS Bedrock in Frankfurt (eu-central-1), Vertex AI in europe-west3 oder europe-west4, OpenAI über eu.api.openai.com. Ehrlich eingeordnet: Eine EU-Region beim US-Anbieter ist die schwächere Haltung — dessen Infrastruktur und Vertragsbedingungen bleiben in der Schleife. Aber Konto, Region und Schlüssel bleiben deine, und der Wechsel zu lokaler Inferenz ist später eine Konfigurationsänderung, kein Umbau.

KI-Governance für dich selbst, nicht für ein Gremium

KI-Governance klingt nach Ausschusssitzung. Gemeint ist hier etwas anderes: Du willst einem KI-Agenten um drei Uhr nachts eine Mission überlassen können — und wissen, dass er Arbeitsergebnisse nicht als „Cleanup“ wegräumt, weil deine Policy die Pfade, die zählen, per Deny-Regel unantastbar macht.

Das Instrument dafür ist der Envelope: eine JSON-Policy, die du geschrieben hast. Sie benennt, was still durchläuft, was für einen Menschen pausiert und was verweigert wird; was keine Regel trifft, schlägt geschlossen fehl — es fragt. Dazu kommen Budgets: Obergrenzen für Turns, Tool-Aufrufe und Tokens, Allowlists für Modelle und Backends. Eine Mission, die eine Grenze reißt, endet als „stuck“, statt weiterzulaufen. Die Datei liegt in deinem Repo und wird reviewt wie jede andere Änderung; contenox vet prüft sie, bevor irgendetwas unter ihr läuft.

{
  "default_action": "approve",
  "rules": [],
  "compute": {
    "maxTurns": 40,
    "maxToolCalls": 200,
    "maxTokens": 2000000,
    "modelAllowlist": ["qwen3:8b"],
    "backendAllowlist": ["ollama"],
    "onExhausted": "finish_stuck"
  },
  "attention": { "allowAgentAnswers": false }
}

Dieser Envelope pinnt eine unbeaufsichtigte Mission auf lokale Inferenz: Die Unit kann sich nicht selbst auf ein Modell oder Backend umschalten, das du nicht benannt hast.

Und wenn der Run scheitert, rätst du nicht — du liest nach. contenox state zeigt den erfassten Ausführungszustand vergangener Runs, Schritt für Schritt; --trace liefert strukturierte Telemetrie auf stderr; jedes beantwortete Ask hält dauerhaft fest, wer geantwortet hat — Mensch oder Agent. Vertrauenswürdige, robuste KI ist als Formel ziemlich abgenutzt; mechanisch heißt sie hier: geschriebene Regeln statt versteckter Prompts, Budgets statt Hoffnung, Traces statt Vermutung.

Human-in-the-Loop heißt: Die Freigabe wartet auf dich

Human-in-the-Loop ist bei contenox kein Dialog mit Timeout. Eine Frage, die die Unit nicht allein entscheiden darf, checkpointet den Run: Das Ask wird gespeichert, der Prozess freigegeben. Tage später beantwortest du es aus irgendeinem Terminal — contenox approvals respond — und der Run läuft genau einmal weiter. Standardmäßig darf nur ein Mensch antworten; ein Envelope kann eine begrenzte Zahl von Routinefragen an den feuernden Agenten delegieren, und der Datensatz zeigt immer, wer es war. Das vollständige Policy-Format steht im HITL-Guide.

Die KI-Verordnung, ohne Beratersprech

Die KI-Verordnung — die deutsche Bezeichnung des EU AI Act, Verordnung (EU) 2024/1689 — verlangt für Hochrisiko-Systeme unter anderem wirksame menschliche Aufsicht: Die Menschen dahinter sollen das System verstehen, in seinen Betrieb eingreifen und es unterbrechen können. Man muss die Verordnung nicht mögen, um ihre Fragen gut zu finden — es sind dieselben, die du dir selbst stellst, bevor du einem Agenten etwas überlässt. Envelope, durable Freigaben, Budgets und Traces sind die operativen Antworten darauf, geschrieben von dir statt von einem Anbieter-Default.

Klar gesagt: Das ist keine Rechtsberatung, und contenox macht ein Deployment nicht „compliant“. Ob die Verordnung dein System überhaupt betrifft, hängt davon ab, was du baust und ausrollst — die Bewertung gehört dir und deiner Rechtsberatung. Was contenox liefert, sind Kontrollen, auf die eine solche Bewertung zeigen kann: von dir verfasst, versioniert, inspizierbar.

Open Source, eine Binärdatei, kein Konto

Contenox ist Open Source unter Apache-2.0. Der Code, der deine Regeln durchsetzt, ist der Code, den du lesen kannst — dieselbe Transparenz, die du vom Envelope erwartest, eine Ebene tiefer. Eine Binärdatei, lokale SQLite, kein Konto, nichts telefoniert nach Hause ohne Opt-in. Und wenn du morgen aufhörst, contenox zu benutzen, bleiben deine Chains, Policies und Logs, was sie immer waren: Dateien auf deiner Platte.

Weiter in die Tiefe (englisch)

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